LehrstuhlleitungHeute sind am Lehrstuhl 24 hochqualifizierte Lehrkräfte tätig, darunter fünf Professoren, drei habilitierte und sechs promovierte Dozenten.
Die meisten Mitarbeiter des Lehrstuhls sind Absolventen der MSLU. Die Forschungsschwerpunkte spiegeln aktuelle Fragestellungen der deutschen Lexikologie und Phraseologie wieder und umfassen die Bereiche Lexikographie, Funktionalstilistik, Diskurs- und Textstilistik, Theorie der Textinterpretation, Medienlinguistik, kommunikativer Pragmatik, Linguokulturologie und Theorie der interkulturellen Kommunikation. Die meisten Forschungen tragen interdisziplinären und angewandten Charakter.
Die Gründung und die Entwicklung des Lehrstuhls sind unzertrennlich mit dem Namen der herausragenden Wissenschaftlerin, Expertin für die Lexikologie und die Phraseologie der deutschen Sprache, der Verdienten Wissenschaftlerin der Russischen Föderation, Prof. Dr. Irina Černyševa verbunden, die den Lehrstuhl über 40 Jahre leitete, mehr als 50 Doktorarbeiten und Habilitationsschriften betreute und zahlreiche klassische Monographien und Lehrwerke für linguistische Hochschulen verfasste. Unter ihren Werken sind allen voran „Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache“ (in Mitautorenschaft mit M. Stepanova), М., 1962, 1975; 2003, 2004, 2005; „Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache“, М., 1962, 1975; „Feste Wortkomplexe des Deutschen in Sprache und Rede“, М., 1980 u.a. zu nennen.
Von der internationalen Anerkennung der Verdienste von I. Černyševa zeugt die Tatsache, dass ihr im Jahre 2006 die damalige Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Phraseologie Annelies Häcki Buhofer und deren Ehrenpräsident Harald Burger zum Jubiläum gratulierten. Irina Černyševa betreut nach wie vor Doktoranden am Lehrstuhl für Lexikologie und Stilistik der deutschen Sprache.
Am Lehrstuhl ist heute der Schüler von Irina Černyševa, Prof. Dr. Igor Olšanskij tätig, der über 120 wissenschaftliche Werke, darunter das innovative Lehrbuch für Lexikologie und Phraseologie der deutschen Sprache verfasst hat.
Eine weitere wissenschaftliche Schule, die internationales Renommee genießt, wurde am Lehrstuhl von Prof. Dr. Elise Riesel begründet, die von der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin mit dem F.-C.-Weiskopf-Preis für besondere Verdienste um die deutsche Sprache ausgezeichnet wurde. Prof. Riesel verfasste in der Sowjetunion die ersten Monographien in deutscher Stilistik. Zu nennen sind „Abriss der deutschen Stilistik“ M., 1954, „Stilistik der deutschen Sprache“ M., 1959, „Stil der deutschen Alltagsrede“ M., 1964, „Theorie und Praxis der linguistischen Textinterpretation“ M., 1974, „Deutsche Stilistik“ M., 1975 u.a. Viele Werke von Prof. Riesel wurden in der deutschen Sprache herausgegeben, was ihre Ideen anderen Auslandsgermanisten zugänglich machte. Über 40 Jahre war Prof. Riesel am Lehrstuhl tätig und betreute etwa 100 Doktorarbeiten und Habilitationsschriften.
Heute arbeiten am Lehrstuhl die Schülerinnen von Prof. Riesel: die Lehrstuhlinhaberin Galina Fadeeva und die Leiterin der Österreichischen Bibliothek Prof. Tatjana Zorina.
Professor Abram Lurje befasste sich als einer der ersten mit dem Einsatz von Medien im Fremdsprachenunterricht. Heute leitet seine Schülerin, Prof. Natalja Ljubimova den Methodischen Medienbeirat an der MSLU.
Über 30 Doktorarbeiten und Habilitationsschriften wurden unter der Betreuung von Prof. Margarita Gorodnikova verfasst. Unter ihren zahlreichen Werken ist das „Deutsch-Russische Wörterbuch der Alltagskommunikation“ (in Mitautorenschaft mit D. Dobrovol΄skij), das mehrere Neuauflagen erfahren hat. Die Ideen von Prof. Gorodnikova fanden ihren Niederschlag in der Tätigkeit von Dr. Innara Gussejnova, die im Jahre 2010 erfolgreich habilitierte.
Auf diese Weise sind am Lehrstuhl für Lexikologie und Stilistik der deutschen Sprache einige international bekannte wissenschaftliche Schulen verwurzelt. Sie bilden die Grundlage für neue wissenschaftliche Richtungen:
1. Wissenschaftliche Schule von Prof. Dr. Irina Černyševa „Entwicklung des Wortguts der deutschen Sprache. Gegenwärtige Benennungslehre und komplexe lexikalische Einheiten“.
Zu dieser Forschungsrichtung gehört auch die Tätigkeit von Prof. Alexander Reichstein, der als Begründer der Theorie der festen Wortkomplexe und Forscher der phraseologischen Semantik Bekanntheit erlangte. Zur Zeit sind auf diesem Forschungsgebiet Igor Olšanskij, Natalja Ljubimova, Alla Aniščenko, Galina Voronina und Galina Fadeeva tätig.
2. Wissenschaftliche Schulen von Prof. Dr. Elise Riesel:
2.1. „Funktionalstilistik. Text- und Diskursstilistik“. Heute arbeiten an diesen Problemen Tatjana Zorina, Elena Karpenko, Natalja Ljubimova, Galina Fadeeva, Innara Gussejnova.
2.2. „Theorie und Praxis der linguostilistischen Textinterpretation“. Diese Forschungsrichtung wird heute von Tatjana Zorina, Elena Karpenko, Natalja Ljubimova, Galina Fadeeva, Innara Gussejnova fortgesetzt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden komplexe Forschungsprojekte auf dem Gebiet der verschiedenen Diskurs- und Textsorten mit Berücksichtigung von neuesten linguistischen Forschungsmethoden durchgeführt.
2.3. „Forschung der nationalen Varianten des Hochdeutschen“. Die österreichische Nationalvariante wird heute von Alla Aniščenko, Tatjana Zorina, Igor Olšanskij untersucht. Der schweizerischen Nationalvariante des Hochdeutschen gilt das wissenschaftliche Interesse von Natalja Ljubimova.
3. Wissenschaftliche Schule von Prof. Dr. Alexander Reichstein „Linguokulturologie der deutschsprachigen Länder“. Zur Zeit wird diese Forschungsrichtung von Galina Voronina, Tatjana Zorina, Natalja Ljubimova, Igor Olšanskij, Galina Fadeeva, Elena Karpenko, Alla Aniščenko, Valentina Streltsova entwickelt.
4. Wissenschafliche Schule von Prof. Margarita Gorodnikova „Emotionen, Bewertungen, Gender in verbaler und nonverbaler Kommunikation“. Gegenwärtig befassen sich Innara Gussejnova, A. Aniščenko, A. Klinovskaja, Natalja Ljubimova und V. Streltsova eingehend mit diesem Thema.
5. Wissenschaftliche Schule von Prof. Dr. Olšanskij „Kategoriale Lexikologie“. Zur Zeit beschäftigen sich mit dieser Thematik V. Streltsova, A. Aniščenko und die Dotkoranden des Lehrstuhls.
Am Lehrstuhl für Lexikologie und Stilistik der deutschen Sprache hat die Absolventin der germanistischen Fakultät Mitglied der Russischen Bilgungsakademie Rektorin der MSLU Prof. Dr. Irina Khaleeva ihre Forschungs- und Lehrtätigkeit aufgenommen.
Die Mitglieder des Lehrstuhls beteiligten sich am Verfassen des bekannten „Großen deutsch-russischen Wörterbuchs“ (Hrsg. v. Prof. Moskalskaja) und trugen somit zum Ruhm unserer Universität und des Lehrstuhls bei.
Viele Absolventen der MSLU setzen ihre Forschungstätigkeit am Lehrstuhl als Doktoranden fort. In den vergangenen fünf Jahren haben fünf Mitglieder des Lehrstuhls ihre Doktorarbeiten erfolgreich verteidigt. Die Aspiranten werden von Irina Černyševa, Igor Olšanskij, Natalja Ljubimova, Galina Voronina, Innara Gussejnova, Galina Fadeeva und Alla Aniščenko wissenschaftlich betreut. Eine hohe Einschätzung von Fachleuten und Studierenden erhielten die Lehrwerke der neuen Generation, an deren Schaffen die Mitarbeiter des Lehrstuhls beteiligt waren.
Allein zwischen 2005 und 2010 nahmen die Mitglieder des Lehrstuhls an 70 internationalen Konferenzen teil. In dieser Zeitspanne wurden am Lehrstuhl folgende Publikationen verfasst und veröffentlicht:
- über 130 wissenschaftliche Werke;
- 16 Lehrwerke;
- 4 Wörterbücher;
- 10 Programme der Lehrfächer, die am Lehrstuhl ausgearbeitet wurden
- 3 wissenschaftliche Zeitschriften der Obersten Attestierungskommission „Informationsblatt der MSLU“;
- „Aus dem wissenschaftlichen Nachlass von Professor Elise Riesel: Jubiläumsband zum 100. Geburtstag“.
Der Lehrstuhl arbeitet aktiv daran, die junge Generation zur wissenschaftlichen Arbeit heranzuziehen:
- jährlich werden unter Betreuung der Lehrstuhlmitarbeiter bis 17 wissenschaftliche Vorträge für die Studentenkonferenz vorbereitet;
- jährlich werden mindestens fünf wissenschaftliche Projekte im Rahmen der Stipendienprogramme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Humboldt-Universität zu Berlin gefördert;
- jährlich werden im Durchschnitt 25 Bachelor- und Diplomarbeiten am Lehrstuhl verteidigt.
Die Mitarbeiter des Lehrstuhls nehmen erfolgreich an nationalen und internationalen wissenschaftlichen Projekten im Rahmen des Innovativen Bildungsprogramms „Linguapark“, des Programms „Erasmus Mundus“ und der Abkommen über die akademische Zusammenarbeit mit den deutschen Partneruniversitäten der MSLU teil.
